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Wie ich mir mehr Halt, Kraft und Lebensfreude verschaffte

Einmal im Jahr fahre ich in meine Heimat, Großbritannien, um Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen. Und jedes Jahr während ich drüben bin, findet in mir drinnen einen Transformationsprozess statt – ob ich es will oder nicht! – und ich spüre, wie ich dann nach meiner Rückkehr in Österreich in eine neue Lebensphase komme. Das fühlt sich sehr kraftvoll an, aber emotional sehr anstrengend. Gerade deshalb fliege ich nur einmal im Jahr rüber! ;-)

 

Auch dieses Jahr war keine Ausnahme. Schon in den Wochen vorher habe ich gespürt, wie es in mir aufwirbelt und „vorkocht“, und das ich bei der Vorstellung meine Mutter zu besuchen, sogar Angst hatte! Natürlich habe ich gewusst, dass es mir als Erwachsene dort nichts passieren kann, aber die Angst breitete sich auf der Körper- und Nervensystemebene aus. Ich ließ die Angst in mir einfach hochkommen und hieß sie,  so gut wie ich konnte, willkommen. Je mehr wir versuchen, unsere unangenehme Emotionen wegzuschieben oder zu unterdrücken, desto stärker werden sie. Und unangenehm wie dieses starke Angstgefühl war, wusste ich, dass ich in einem wichtigen Transformationsprozess drinnen war, die letztendlich für mich positiv enden würde.

 

Als ich bei meiner Mutter zu Besuch war wurde mir klar, worum dieser innere Transformationsprozess ging. Kurz nach meiner Ankunft fing sie an, sich dafür zu entschuldigen, dass sie so eine schlechte Mutter gewesen sei. Sie fühle sich ja noch immer wie ein „mutterloses Kind“. Mein erster Instinkt war sie zu beruhigen, dass sie doch ihr Bestes gegeben hat mit den Ressourcen, die sie selber damals hatte. Als sie diese Worte sagte ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen – die Geborgenheit und Sicherheit in der Welt, die mir mein ganzes Leben fehlten und die ich bei ihnen noch immer unbewusst suchte , werde ich bei meinen Eltern niemals finden. Denn sie kennen und kannten es selber nicht und konnten es mir daher nicht weitergeben – sie muss ich jetzt bei mir selbst finden.

Ich bin dann gleich auf die Idee gekommen, eine innere Mutter und einen inneren Vater in mir drinnen zu „installieren“, die mir stets Halt und Sicherheit geben.

 

Und es fühlt sich seitdem großartig an! Ich fühle mich jetzt so stark und sicher in der Welt wie noch nie! Ich spüre so viel mehr Leichtigkeit und kann mich viel leichter wieder aufraffen, wenn etwas mal schief geht – es haut mir nicht mehr den ganzen Tag um. Und was noch schöner ist – ich freue mich des Lebens und weiß mit jedem Faser meines Wesens, dass ich hier auf dieser Erde einen Platz habe. Ich kann mich auch richtig an den kleinen Dingen im Leben freuen, diese kostbaren Momente richtig auskosten und im Hier und Jetzt sein, zum Beispiel, in der Früh, wenn meine Katze Jasmin, sich wild und intensiv schnurrend auf mich darauf legt. Diese Momente kommen mir jetzt umso schöner vor...

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