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Mein achtsamer Friseurbesuch

Zirka alle zwei bis drei Monate lasse ich mir die Haare schneiden. Ich trage seit meiner Kindheit eine Brille und muss sie natürlich während des Haarschneidens ablegen. Ich bin aber extrem kurzsichtig und fühle mich aber ohne Brille ziemlich verloren – ich nehme lediglich ein ziemliches Wirrwarr an Formen und Farben wahr. Früher hat es mich wirklich gestört, dass ich beim Friseur nicht sehen konnte, was die Friseurin mit meinem Schopf alles macht (da sind mir die Gedanken im Kopf wie wild herumgeschwirrt: „Was tut sie gerade, das fühlt sich ja komisch an!“, „Was wenn sie mir zu viel wegschneidet und es dann furchtbar ausschaut?“, „Ich habe ja einen dreifachen Wirbel und mein Haar ist also gar nicht einfach zum Schneiden – das meint jede Friseurin, der ich jemals begegnet bin.“…und so weiter!). Bis es mir vor einiger Zeit eingedämmert ist: das wäre die perfekte Gelegenheit für eine Achtsamkeitspause! Halleluja!

 

Jetzt mache ich es bei jedem Friseurbesuch anders. Ich schließe die Augen, nehme ein paar tiefe Atemzüge und richte meinen ganzen Fokus auf das, was ich gerade empfinde – die Berührung der Hände der Friseurin, oder der Schere, die Geräusche rund um mich herum, wie ich dort in dem Sessel sitze… So wird ein ganz alltäglicher Friseurbesuch zu einem entspannenden und einzigartigen Erlebnis! Und kosten tut es auch nicht extra! Es ist natürlich sinnvoll, wenn man der Friseurin vorher erklärt, dass man sich während des Schneidens entspannen möchte. Ich finde aber, man darf sich das mitten in der Alltagshektik gönnen, oder!

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